Die Reden zur Hochzeit

Hochzeitsreden, wann und wie.

Öfter als erwartet, werde ich gefragt, wann wer welche Rede halten soll. Was liegt also näher, als es auch gleich hier zu vermerken.

Die erste offizielle Rede wird traditionell vom Brautvater gehalten.

Natürlich soll und möchte jeder Gast die Rede hören. Es bietet sich somit das Abendessen an. Jedoch nicht gleich zu Beginn. Lassen Sie erst die Vorsuppe servieren und wieder abräumen. Mit leerem Magen hört es sich so gut zu. Wenn die Schüsseln abgeräumt sind, sehen auch die Tische wieder besser aus und die Atmosphäre ist angenehmer. Sprechen Sie ab, dass die Kollegen des Service in der Zeit der Ansprachen eine Pause machen. Jedes klappern stört den Redner und wenn Bestellungen aufgenommen werden, nimmt es die Aufmerksamkeit, steigert die Nervosität der Redner. Vor Beginn der Reden jedoch prüfen, ob jeder ein gefülltes Glas hat um anstoßen zu können.

Die Rede der Brauteltern wird vor der Rede der Bräutigams Eltern gehalten. Hier haben jeweils die Herren das erste Wort. Heutzutage setzt sich zum Glück die Gleichberechtigung immer mehr durch. So sprechen immer öfter die Eltern gemeinsam, werfen sich die Bälle verbal zu, was den Vortrag sehr viel lebendiger macht.

Nach den Eltern von Braut und Bräutigam folgen dann die Trauzeugen, Geschwister und Freunde.
Wenn alle gesprochen haben, ist der Bräutigam mit seiner Rede an der Reihe. Auch hier kommt immer öfter die Frauenpower zum Vorschein - die Braut übernimmt die Ansprache.

Somit ist die Reihenfolge klar. Es gibt eine kleine Ausnahme. Der Bräutigam darf die Gäste kurz begrüßen und übergibt dann das Wort.

Die Reden sollten kurz und knackig sein. Die perfekte Länge ist bis maximal fünf Minuten, eher vier. Testen Sie das ruhig zu Hause. Denken Sie dabei daran, dass es Reaktionen der Gäste geben kann, die Zeit kosten.

Kurze, klare Sätze wirken frischer als komplizierte Schachtelsätze. Anspielungen auf bestimme Personen oder die direkte Ansprache des Brautpaares erhöhen die Aufmerksamkeit. Vermeiden Sie möglichst auch negative Formulierungen wie "wir verlieren eine Tochter..." oder "...mit einem weinenden Auge...". Ihre Tochter erweitert Ihre Familie. Das ist ein Grund zur Freude.
Immer wieder höre ich auch, dass der Brautvater die Gäste herzlich willkommen heißt. Der Brautvater ist jedoch auch Gast. Es obliegt dem Brautpaar, die Gäste willkommen zu heißen.

Übrigens, Lampenfieber gehört dazu. Ich stehe seit über 40 Jahren auf der Bühne und habe es noch jedes Mal.